Das Wahlfach Französisch stellt sich vor

Sollten junge Menschen heutzutage noch Französisch lernen? Sollten sie sich – neben Englisch, der „Standardfremdsprache“ - zusätzlich mit einer Fülle neuer Vokabeln und Grammatikregeln belasten, wo man sich doch mit Englisch mittlerweile überall auf der Welt bequem verständigen kann?
Warum sich die Wahl von Französisch als Wahlschwerpunkt in jedem Fall lohnt, soll im Folgenden erläutert werden.
Französisch ist eine Weltsprache. Neben Englisch und Deutsch zählt sie zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. Sie ist Amts- und Verkehrssprache in 32 Staaten und Arbeitssprache der EU, UNO, UNESCO, OECD, NATO und anderer internationaler Organisationen. Abgesehen von Englisch ist es die Fremdsprache, die weltweit am häufigsten gelehrt und gelernt wird. Als Sprache unserer Nachbarländer Schweiz, Belgien, Luxemburg und Frankreich zählt sie darüber hinaus zu den Sprachen, mit denen wir im Urlaub am häufigsten konfrontiert werden.
Blickt man zurück auf die deutsche Geschichte, so stellt man fest, dass die französische Sprache und Lebensart die deutsche Kultur über Jahrhunderte beeinflusst haben. Mit Frankreich und der französischen Sprache verbinden wir bis Mode, Küche (man denke nur an die berühmten französischen Weine und Käsesorten), aber auch Filme und Literatur (z.B. Klassiker wie „Der kleine Prinz“ oder aktuelle Filme wie „Willkommen bei den Sch’tis“).
Indem junge Menschen die französische Sprache lernen, erfahren sie nicht nur etwas über die französische Lebensart, Traditionen und das Leben in anderen französischsprachigen Ländern und erweitern dadurch ihren geistigen Horizont. Über das Interesse an anderen Völkern, das im (Französisch)Sprachunterricht geweckt wird, lernen SchülerInnen gleichzeitig, Anderen mit Toleranz zu begegnen, eine Haltung, die für das tägliche Miteinander unerlässlich ist.
Abgesehen davon führen französische Sprachkenntnisse zu deutlich verbesserten Berufs- und Bildungschancen.
Da Frankreich der weltweit wichtigste Handelspartner Deutschlands mit ca. 2.200 französischen Unternehmen in Deutschland und etwa 2.500 deutschen Unternehmen in Frankreich ist, werden verstärkt zweisprachig qualifizierte Mitarbeiter für Handel, Investitionen und gemeinsame Wirtschaftsprojekte (z.B. Airbus) gesucht. Das bedeutet Tausende von Arbeitsplätzen und zusätzliche Berufschancen von Französischlernern in Frankreich. Die entsprechende berufliche Qualifizierung wird durch zahlreiche Austauschprogramme mit Frankreich in allen Bildungsbereichen (Schule, Berufsbildung, Hochschule) staatlich gefördert.
Am Ende der Klasse 6, nach einem Jahr Französischunterricht, werden die SchülerInnen festgestellt haben, dass Französisch – mit ein bisschen Einsatz und Arbeitseifer - uneingeschränkt erlernbar ist. So sind viele französische Ausdrücke bereits Teil der deutschen Sprache (z.B. Chef, Parfum, Dessert, Bonbon, Tour).
Ein weiterer Vorteil beim Französischlernen ist die Tatsache, dass es das Lernen weiterer Sprachen erheblich erleichtert. Andere romanische Sprachen (z.B. Italienisch und Spanisch) sind eng mit dem Französischen verwandt und lassen sich daher besonders leicht lernen. Auch für das Englischlernen ist Französisch vorteilhaft, weil ca. 50% der englischen Wörter aus dem Französischen stammen.
Nicht zuletzt bilden vier Jahre Französischunterricht eine gute Basis für den weiteren Bildungsweg unserer SchülerInnen. Sie erleichtern den Zugang zum Abitur, da die zweite Pflichtfremdsprache beim Eintritt in die Gymnasiale Oberstufe bereits abgeleistet ist.

Französisch an der THR
Französisch im Wahlschwerpunkt wird in Jahrgang 7 bis 10 mit vier Stunden wöchentlich unterrichtet. In den Jahrgängen 7 und 8 werden je drei (einstündige) Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben, in Jahrgang 9 und 10 reduziert sich diese Anzahl auf je zwei (ein- oder zweistündige) Klassenarbeiten pro Halbjahr.
Zur Zeit arbeiten wir mit dem Lehrbuch Tous ensemble aus dem Klett Verlag.
Da die Lerngruppen verglichen mit den Regelklassen kleiner sind, können die vier Fertigkeiten Sprechen, Lesen, Schreiben und Hören im Unterricht auf vielfältige Art und Weise trainiert werden. Auch bietet sich die Möglichkeit, in einer entspannten Lern- und Arbeitsatmosphäre das Erlernte in zahlreichen Übungs- und Wiederholungsphasen zu sichern.
Der Unterricht im Wahlschwerpunkt bietet unseren SchülerInnen interessante und motivierende Themen wie z.B. die Auflösung eines Kriminalfalls, Einkaufen und Essen, Reisen, Erpressung in der Schule, die Gründung einer Schülerband oder den Alltag eines Austauschschülers in Frankreich.
Interessante Zusatzmaterialien, z.B. Vorschläge für Projekte, Kochrezepte oder Rollenspiele laden die SchülerInnen ein, gelerntes Wissen in neuen Kontexten anzuwenden.
Neben dem Lesen von französischen Originaltexten können auch französische Filme in der Originalversion oder das Kochen traditioneller Gerichte in den Unterricht integriert werden.
Für viel Spaß sorgte das Kochprojekt des Kurses 9fs1 im vergangenen Halbjahr . Die SchülerInnen stellten Crêpes nach französischem Originalrezept her, die sie anschließend gemeinsam verzehrten. Ausflüge ins französischsprachige Ausland, z.B. nach Paris, Brüssel oder zu unserem Partnercollège nach Percy runden die praktischen Anwendungsmöglickeiten der französischen Sprache ab.
Darüber hinaus bietet die Arbeit mit unserem Lehrbuch Materialien zur Vorbereitung des DELF, eines international anerkanntes Sprachzertifikats, das unseren SchülerInnen große Vorteile auf ihrem Berufs- und Bildungsweg verschafft.

Publiziert am: Freitag, 24. April 2009 (4016 mal gelesen)
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